Hausstaubmilbe

Die Haustaubmilbe (Hausstaubmilbenallergie) ist nach Pollen der häufigste Auslöser für eine allergische Reaktion. In einem Gramm Staub können sich bis zu 10.000 winzige Milben befinden und etwa 66 % dieser Spinnentiere im Haushalt nisten sich im Bett ein. In dieser warmen und leicht feuchten Umgebung, die durch das nächtliche Schwitzen erzeugt wird, fühlen sich die Hausstaubmilben besonders wohl. Doch nicht die Milben selbst sind der Auslöser für eine Allergie, sondern deren Kot. Den dieser zerfällt zu mikrofeinem Staub, gelangt in die Atemluft und erzeugt so die Hausstaubmilbenallergie. Folgeerscheinungen können eine verstopfte oder laufende Nase und Juckreiz am Morgen sein. Durch eine Allergiker Matratze kann Abhilfe und ein Schutz vor den Hausstaubmilben geschaffen werden. Diese speziellen Allergiker Matratzen reduzieren das Eindringen der Milben in das Matratzeninnere. Doch diese Matratze sollte atmungsaktiv sein, denn nur so kann durch die bessere Belüftung Schimmelbildung und Milbenbesiedlung vorgebeugt werden. Aber woran kann erkannt werden, ob die Matratze diese Eigenschaften aufweist und was sollte eine gute Allergiker Matratze noch für Eigenschaften mitbringen?

Worauf sollte man beim Kauf einer Allergiker freundlichen Matratze achten

Beim Matratzenkauf müssen Haustauballergiker und diejenigen die unter einer Latexallergie leiden, nicht nur auf die Komfortpunkte achten, wie den Härtegrad, sondern es geht auch um die Zusammensetzung der Matratze. Bei einer Allergiker-Matratze sollten nur hochwertige Materialien eingesetzt werden, die gute Klimaeigenschaften aufweisen und gleichzeitig auch pflegeleicht sind. Eine hochwertige Kaltschaummatratze (sehr gut geeignet für Seitenschläfer) ist für Personen mit einer Hausstaubmilbenallergie die beste Wahl (Bezug sollte min. bei 60° waschbar sein)! In allen Matratzen sind die Hausstaubmilben zu finden, doch die Konzentration variiert je nach Material. So sollten tierische Materialien wie Wolle, Kamelhaar und Rosshaar unbedingt gemieden werden. Vor allem die hochwertigen Kaltschaummatratzen gelten aufgrund ihrer guten Klimaeigenschaften gleichermaßen als empfehlenswert für beide Allergiker-Typen. Zumeist reagiert ein Allergiker auf die allgemeinen Duft- und Schadstoffe. So kann eine belastete Matratze über Jahre hinweg Reiz auslösende Inhaltsstoffe ausdünsten und somit ganz unabhängig von der Allergie nochmals zusetzen. Daher sollte beim Matratzenkauf auf das Testsiegel „Textiles Vertrauen“ geachtet werden oder besser noch, es wird eine Matratze gekauft, die ausdrücklich für Allergiker geeignet ist – so kann sichergegangen werden, dass die gewünschten Materialanforderungen erfüllt werden.

Latexmatratzen: eine Option bei einer Hausstauballergie

Eine Latexmatratze kann von Hausstaubmilbenallergikern verwendet werden, da das verarbeitete Material grundsätzlich allergikerfreundlich ist. Bei der Anschaffung sollte jedoch den Matratzen aus Naturlatex der Vorzug vor synthetischen Latex gegeben werden. Der Naturlatex wird aus dem Rindensaft des Gummibaums gewonnen, während synthetisches Latex aus einem zumeist bedenklichen Chemikalien-Mix besteht, wie beispielsweise Lösemittel, Stabilisatoren etc. – diese können bei sensiblen Menschen, neben der Hausstaubmilbenallergie weitere unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Von Natur aus sind Latexmatratzen hypoallergen und wirken Schimmel, Pilze und Milben gezielt entgegen. Die Latexmatratzen sind im Vergleich zu den Kaltschaummatratzen jedoch weniger atmungsaktiv und müssen daher gut gelüftet werden.

Der Allergiker freundliche Matratzenbezug

Auch der Matratzenbezug sollte neben dem Matratzenkern einige Kriterien erfüllen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Matratze über einen abnehmbaren Bezug verfügt, der bei 60 bis 95 Grad waschbar ist. Denn erst ab 60 Grad werden Hausstaubmilben zuverlässig abgetötet, der Milbenkot herausgewaschen und einer Hausstaubmilbenallergie vorgebeugt. Zudem sollte der Matratzenbezug auch regelmäßig alle zwei bis drei Monate bei der entsprechenden Temperatur gewaschen werden.

Medicott Bezug für Allergiker

Medicott Bezug
Den sogenannten Medicott Bezug können wir für Allergiker empfehlen. Es ist ein speziell entwickelter Bezug, welcher das Einnisten von Schimmelpilzen und das vermehren von Hausstaubmilben verhindert. Bei dem Medicott Verfahren wird der Baumwolle im Bezug, die natürlich vorkommenden Faserbegleit-Substanzen entfernt. Dadurch fehlt den Haustaubmilben und den Schimmelpilzen die Nahrung und diese können sich nicht ausbreiten. Der Medicott Bezug ist selbstverständlich bei min 60°C waschbar. Bei regelmäßiger Wäsche des Medicott Bezugs bleibt diese Medicott Wirkung über Jahre erhalten. Das Medicott Verfahren ist ebenfalls umweltfreundlich und energiesparend.

Die sogenannten Encasings bieten einen weiteren zusätzlichen Schutz gegen Milben. Dabei handelt es sich um milbendichte Bezüge, die kochbar sind und das Austreten der Allergene aus der Matratze verhindern. Mittels dieser Encasings können auch Matratzen, die nicht als Allergiker-Matratze ausgewiesen sind, zu einer solchen gemacht werden. Aber auch bei dem Encasing muss eine regelmäßige Reinigung erfolgen. Damit die unliebsamen Tierchen abgetötet werden, muss das Encasing ebenfalls bei 60 bis 95 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden, denn bei nur 40 Grad werden nur rund 6,5 % der Milben vernichtet.

Lyocell Bezug für Allergiker

Neben dem Medicott Bezug gibt es noch den Bezug aus Lyocell (oder auch Tencel genannt). Der Lyocell Bezug ist waschbar und besteht aus Zellulose (Holz). Das Holz wird zunächst zu einem Zellstoffbrei verarbeitet, woraus dann später maschinell Fasern erzeugt werden. Lyocell hat eine hervorragende Feuchtigkeitsregulierung und ist wärmeausgleichend. Lyocell kann bis zu 50% mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Baumwolle und die Feuchtigkeit wieder schneller an die Raumluft abgeben. Somit verhindert die Lyocell Faser das Bakterienwachstum, im Vergleich zur Baumwolle um den Faktor 2000.

Neurodermitis und andere Allergien

Eine Matratze für einen Latex-Allergiker muss absolut frei von Latex sein, das versteht sich eigentlich von selbst. Hier bietet sich eine hochwertige Kaltschaummatratze an. Matratzen für Menschen die unter Neurodermitis leiden müssen ähnliche Anforderungen erfüllen wie Allergikermatratzen. Hier sind neben guten Klimaeigenschaften auch schadstoff-freie Materialien angesagt. Bei Neurodermitis kommen Naturmaterialien infrage, wie Kaltschaummatratzen mit Bezügen aus Baumwolle oder Maisfaser. Liegt keine Latex-Allergie vor, dann kann auch eine Naturlatex-Matratze ausgewählt werden, deren Kern aus latexierten Kokosfasern oder Naturlatex besteht.

Eine Federkernmatratze für Allergiker?

Auch eine Federkernmatratze bzw. Taschenfederkernmatratze ist eine Möglichkeit für Allergiker. Die Taschenfederkernmatratze besteht aus einem System von Stahlfedern, die sich dem Körper anpassen und durch weiches Material gepolstert werden. Dieses weiche Polster kann aus Kaltschaum, Baumwolle oder Wolle gefertigt sein und ist nicht immer für Allergiker geeignet. Daher sind diese nur in Verbindung mit einem speziellen Bezug, dem Encasing, nutzbar. Tipp: Bevor eine Allergiker Matratze angeschafft wird, sollte bei der Krankenkasse nachgefragt werden, ob es dafür eine Zuzahlung gibt. Denn ein diagnostizierter Allergiker hat oft die Möglichkeit, Kosten für Spezialanschaffungen, die aufgrund seiner Allergie entstehen, im Nachhinein der Krankenkasse in Rechnung zu stellen.